Mallnitz ist ein malerisch gelegener Ort im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern in Kärnten. Das sieht derzeit auch Google so. Doch damit könnte es bald vorbei sein.
Was ist passiert? Ein Hotelier des Ortes konnte sich mit einer Reisegruppe, bestehend aus 99 Belgiern nicht über die Hotelrechnung einigen. Kurzerhand verweigerte er den Gästen das Frühstück und rückte ihre im Skikeller verstauten Bretteln nicht raus. Doppelt blöd, bei den derzeit in Mallnitz herrschenden traumhaften Pistenverhältnissen. Erst nachdem die Polizei eingeschaltet wurde, kamen die Gäste zu ihren Skiern, bekamen etwas zu essen und konnten auf die Piste. Ob dieser "unbezahlbaren Werbung" ist die Branche, insbesondere die ortsansässige Hotellerie und Gastronomie natürlich total aus dem Häuschen. Man fürchtet einen Imageschaden, der sich gewaschen hat und hat Angst, dass die belgischen Gäste fortan woanders Urlaub machen werden. Zurecht, wie ich denke. Wie sich das ganze online (zB Bloggosphäre, Google-Ranking, etc.) auswirken wird, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Die belgischen Zeitungen haben die Story hier, hier, hier oder auch hier jedenfalls bereits dankend aufgegriffen und wettern gegen den heimischen Tourismus.
Man sieht also: Online Reputation muss nicht immer nur einzelne Personen betreffen. Manchmal, und das ganz unvermittelt und schnell, steht auch die Reputation, das positive Image eines ganzen Ortes, Tales, einer ganzen Tourismusregion auf dem Spiel. Frage: Wie schützt man sich davor? Geht das denn? Welche vorgelagerten Mechanismen können sinnvollerweise zur Anwendung gebracht werden? Und vor allem: Dehnen sich Kommunikations-Krisen nun immer stärker auch auf den online-Bereich, auf die Welt von Bits und Bytes aus? Zumindest die letzte Frage kann angesichts des Missgeschicks aus Mallnitz wohl eindeutig mit JA! beantwortet werden.


