Was in den Sphaeren des Mitmach-Webs fuer Werber und Marketer gilt, gilt insbesondere auch fuer PR-Agenturen: Sie betreten Neuland. Der Frage wie man mit Bloggern umgehen soll ist dabei eine nicht unwesentliche. Gestern bekam ich eine Presseaussendung von der Deutschen Post zum fuer mich denkbar unspannendem Thema "DHL startet internationale Initiative "Discover Logistics" und wundete mich sehr.
Wie kann es sein, dass ein PR-Mensch wie ich eine Presseaussendung von so hoher Stelle bekomme?? Nachdem ich auf mein eMail von gestern bislang keine Antwort bekam, frage ich heute mal nach. Was mich naemlich interessierte war, ob ich die Aussendung vielleicht nur deshalb bekommen habe weil ich blogge. Die freundliche Dame der PLEON Berlin sah diesen Umstand als einen mehrerer moeglicher Gruende fuer die Aussendung an mich. Sie sagte es sei bei Pleon mittlerweile gaengige Praxis, in Abstimmung mit der hauseigenen Abteilung Online Relations (hoert hoert!) ausgewaehlte Blogger zu kontaktieren, fuer die das Thema der betreffenden Aussendung moeglicherweise interessant sein koennte. Dies geschieht jedoch so, dass man diese vorher telefonisch kontaktiert und fragt, ob dies auch gewuenscht sei, was in diesem Falle unterblieb.
By the way: Mir geht es hier nicht darum, auf eine Agentur hinzuhacken. Auch ich habe mit Sicherheit schoen des oefteren Aussendungen an ganz falsche Personen geschickt. Kann passieren, klar. Sollte aber nicht vorkommen. Steht in jedem "PR-Fuer-Dummies"-Buch. Mir geht es darum, die offensichtlich gaengige Praxis von PR-Agenturen im - zugegebenermaßen - schwierigen Umgang mit der Dialoggruppe Blogger nachzuzeichnen bzw. hier zu diskutieren. Und ich denke, dass die Pleon daneben haut, wenn sie mir nichts dir nichts Blogger mit fuer sie irrelevanten Informationen beschickt. Ich weiß, es ist keine Absicht und die Tatsache dass ich eben beschickt wurde bietet mir erst die Moeglichkeit, hier darueber nachzudenken...
Es gibt Kollegen, die von Presseaussen an Blogger generell abraten. Ich teile diese Ansicht, wiewohl die Meinungen hier auseinander gehen koennen. Fakt ist jedoch, dass vor einer wie immer gearteten Kontaktaufnahme der PR-Agentur mit einem Blogger, das Lesen des betreffenden Blogs stehen sollte. Warum? Weil man nur so abschaetzen kann, ob die betreffende Information fuer den betreffenden Blogger von Interesse oder Nutzen sein koennte. Die Annahme naemlich, dass einen Blogger der ueber PR bloggt automatisch PR-Meldungen interessieren, wuerde ich naemlich nicht so ohne weiteres teilen.
Auch den Telefonanruf vor der Versendung einer Presseaussendung finde ich nicht unbedingt brickelnd. Warum? a) Weil ein Anruf doch recht offensiv ist b) weil mich dies als PR-Arbeiter nicht vom ToDo befreit, mich vorab zu informieren, worueber der betreffende Blogger so schreibt c) weil man Blogger Relations einfach nicht verstanden hat, wenn man einen Blogger anruft um ihn dann genau den gleichen Mist unterzujubeln, den man mit dem selben Tastenklick auch anderen 700 (Buerger-) Journalisten schickt. Wie koennte die Loesung aussehen? Darueber werde ich in einem anderen Blogpost schreiben :)
Der Pleon sage ich danke a) weil sie mich zum Nachdenken gebracht hat b) weil mein Kontakt am Telefon sehr offen und freundlich war und c) weil sie mit ihrer Vorgangsweise anderen PR-Treibenden dabei helfen, ihre Herangehensweise an das Thema Blogger-Relations zu hinterfragen bzw. zu optimieren. Wie gesagt: Das Thema ist relatives Neuland. Und Neuland will bekanntlich erschlossen werden. Schritt fuer Schritt.
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