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Mittwoch, 09. Juli 08

Warum viele Firmenblogs scheitern

Auf diese nona-Aussage kommt nun eine Untersuchung des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Forrester (hier zu beziehen um wohlfeile 379 USD) Forrester fand heraus, steht am Blog des Wall Street Journals zu lesen, dass

most B2B blogs are “dull, drab, and don’t stimulate discussion.” Seventy percent stuck to business or technical topics, 74% rarely get comments, and 56% simply regurgitated press releases or other already-public news. Not surprisingly, 53% of B2B marketers say that blogging has marginal significance or is irrelevant to their strategies—the rest call it somewhat or highly significant–and the number of new corporate blogs among the companies Forrester tracks has dropped from 36 in 2006 to just three in 2008.

Ich gebe Robert Basic recht, wenn er in seinem Blogpost Firmenblogs = Stolperdiholper aus der Studie herausliest, dass damit 47 Prozent der befragten B2B Marketer im Blogs sehr wohl ein sinnvolles und für sie brauchbares Kommunikationsinstrument erblicken. Es ehrt ihn meiner Ansicht nach, das Glas halbvoll zu sehen.

Die Studie liefert dennoch ein paar interessante Ansätze, warum Corporate Blogs relativ häufig floppen. Neben dem Problem, dass Corporate Blogs inhaltlich häufig einen viel zu technischen und businesszentrierten Ton angeschlagen und nicht selten Presseaussendungen "verwurstet" werden, scheint mir v.a. auch das Finding, dass in vielen Corporate Blogs Infos transportiert - oder besser wiedergekaut - werden, die es auf vielen anderen Stellen im Netz auch schon gibt (ähm... was mach ich hier gerade..?) Warum ist dieser Punkt wichtig?

Sobald ein Corporate Blog nicht oder nicht mehr dazu in der Lage ist, originäre Inhalte zu transportieren, den von vielen gewünschten "Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens" zu liefern, ist dies meiner Ansicht nach der Anfang seines Endes. Warum? Weil sich Blogleser einen echten Mehrwert (Nutzen) erwarten, um sich an das online Tagebuch eines Unternehmens binden zu lassen. Wenn ich auf einem Corporate Blog genau das lese, was heute Morgen in der Zeitung stand, oder eh schon lange im Pressebereich des Unternehmens vor sich hin gammelt, ja dann gibt es wirlich keinen Grund, mir ein Unternehmensblog reinzuziehen.

Ausnahmen, wie beispielsweise das Blog von Teno, ich habe hier darüber geschrieben, bestätigen die Regel. Fakt ist: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Corporate Blogs sinnvoll B2B oder B2C einzusetzen. Was es dazu aber auch braucht, ist eine klare Zielsetzung, eine Strategie und einen ehrlichen und nüchternen Check der zur Verfügung stehenden Ressourcen. Wer hier über- oder untertreibt, wer es hier halt doch nicht so genau nimmt mit der Analyse, der landet auf der Nase.

Meiner Meinung hat die derzeitige Situation in Sachen Corporate Blogs aber auch damit zu tun, dass immer mehr Webagenturen, SEO-Profis und sonstige Berater ihre Kunden mit Biegen und Brechen von den Segnungen von Blogs überzeugen wollen. Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge, dass sie damit oft Erfolg haben. Das Thema Social Web voran zu treiben ist gut, da es eine mehrerer Zukünfte darstellt.

Die aus kommunikativer Sicht bestehenden Implikationen und Notwendigkeiten eines Corporate Blogs - so nach dem Motto: Rechte und Pflichten! - mitzudenken jedoch, daran scheitern viele Projekte. Was heißt, sie scheitern daran gar nicht wirklich, da sie ja von Anfang an keinen Gedanken auf derlei unwichtigen Kram wie strategische Ausrichtung und Ressourcenplanung verschwendet haben. Heraus kommen unüberlegte Wordpress-Blogs die sich binnen Monaten in Blogleichen verwandeln. Und hier schließt sich der Kreis. Kommunikation ist eine dauernde Verpflichtung (Paul Watzlawick schau oba!) wenn ich mich als Unternehmen zur Kommunikation mittels Corporate Blog entscheide, ist dies mitzudenken. Alles andere ist Wischi-Waschi.

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