Ich muss vorausschicken, dass ich mit der Plattform 123people.at gerade Kontakt hatte und wirklich gute Erfahrungen machte. Abgesehen davon natürlich, dass sich auf der ganzen Seite keinerlei Telefonkontaktdaten befanden. Egal, als ich die Nummer eines Ansprechpartners dann über Xing bzw. eine alte Presseaussendung gefunden hatte, flutschte es plötzlich. Der Rückruf klappte prompt und ein inkriminierender Link wurde auf 123 gelöscht - alles passte. Heute jedoch geschah etwas ziemlich Schrilles. Ich war wieder auf der Seite und checkte - nona! - minen eigenen Namen. Alles prima, keine betrunkenen Ed's irgendwo, passt. Stutzig machte mich jedoch die Begriffswolke, die ich auf "meinem" Profil bei 123people entdeckte. Sie sieht nämlich so aus...
... hat mit meiner Person über weite Strecken also absolut nichts zu tun. OK. Sagen wir mal, jemand geht auf diese Seite, checkt meinen Namen und sieht in der Begriffswolke (Tag-Cloud) ganz groß den Namen eines Österreichischen Automobilclubs stehen. Unbedarfte Leute werden mich jetzt vielleicht mit dem betreffenden Automobilclub in Verbindung bringen (nichts schlimmeres soll mir passieren...), andere werden mich vielleicht fragen, He Ed, hast du mit denen etwa zu tun?" Und ich werde darauf sagen können "Nein, habe ich nicht".
Was aber mit denen tun, die das sehen und gleich für bare Münze nehmen? Und was vor allem tun, wenn mit meinem Namen plötzlich Dinge in Verbindung gebracht werden, die mir wirklich weh tun bzw. meiner Reputation schaden zufügen?
Klar ist die Darstellung in Form von Kategorienwolken eine spannende Sache. Auf meinem Blog zB steht in der Wolke oben rechts alles, über das ich am Blog so schreibe. Und: Ich persönlich (!) habe Einfluss darauf, wie die Kategorienwolke aussieht. Auf 123people und ähnlichen Plattformen, die rund um einen Namen - ihrer Meinung nach relevante - Schlagworte gruppieren, habe ich darauf keinerlei Einfluss. Und das ist ein Problem. Eines nämlich, das direkt auf meine Online Reputation wirkt, und die ist mir viel wert!
Und selbst 123people, das für die Tagcloud verantwortlich zeichnet, sagen wir es so: diese graphisch darstellt und damit erst zum Leben erweckt, ist sich dieser, nicht immer einfach zu handhabenden Situation bewusst. Wie sonst lässt sich denn argumentieren, dass sich unter der Schlagwortwolke ein Link auf die kommerzielle Seite von
Reputation Defender findet, der um schlappe 9,95 Euro / Monat vorgibt, auf meine Reputation aufzupassen??
Das macht doch auch Sinn, oder? Auf der einen Seite gibt es einen Dienst, der irgendwelche Schlagworte miteinander verwurstet und damit schon auch mal Zusammenhänge herstellt, die sich so in Wirklichkeit gar nicht darstellen. Und auf der anderen Seite steht das Unternehmen, das vorgibt, sich um meine Reputation zu kümmern. Quadratisch, praktisch, gut: Um 9.95 Euro halt pro Monat...