Eigentlich geht es auf diesem Blog hier über die Chancen und Möglichkeiten im Bereich der Sozialen Medien (Social Media). Es geht um gute Beispiele und auch weniger gute. Bei weniger guten geht es um Firmen, die sich im Einsatz von Social Media verkalkulieren, übers Ziel hinausschießen andere Fehler machen, aus denen meine Leser und ich lernen können. Heute aber geht es nicht um irgendwelche Unternehmen. Heute geht es um mich, Ed Wohlfahrt. Ich habe mir nämlich unlängst gehörig ins Knie geschossen und das geht so:
Über den Tweet eines BarCamp Freundes und angesehenen Österreichischen Social Media Auskenners stoße ich auf NeedFollowers.com - die Site bringt via Safari angesteuert seit neuesten eine Pishing-Warnung... Spricht ja schonmal Bände... - und bin gleich mal hin und weg. 400 neue Follower pro Tag werden mir versprochen und das Hirn setzt darauf hin gleich mal aus. Retrospektiv kann ich das nur mit den nächtlichen Werbebotschaften für Bauchtrainer oder Abnehm-Drinks vergleichen. Ohne Sport ein Waschbrettbauch, ohne Sport und Hungern Pfunde verlieren, ohne Dialog hunderte neue Twitter-Follower, einfach cooooool!
Gesagt getan. Nachdem 200 Dollar - Social Media darf doch wohl etwas kosten... - über den Ladentisch gegangen waren und nicht nur das: Ich händigte meinem US-amerikanischen Gegenüber gleich auch meinen Twitter-Usernamen inklusive (!) Passwort aus, schwoll mein Postfach gewaltig an. Hunderte neue Follower trudelten ein und minütlich wurden es mehr. Toll! Also Abnehmen ohne Hungern, Waschbrettbauch ohne Schwitzen. Das Paradies auf Twitter? Mitnichten!! Was mir nämlich im Kaufrausch entging, waren die Terms of Serice des Unternehmens, die unter anderem vorsehen, dass über meinen Account Tweets wie dieser hier verschickt wurden.
Einige Tage später war die negative Überraschung groß, als folgende Tweets und Direct Messages bei mir einliefen.
oder auch hier. Wenn ich sagen würde, dass mich das nicht kratzt, es wäre gelogen. Autsch!!!
Die Kritik an meinem Vorgehen ist / war absolut berechtigt. Hatte ich doch so schließlich alle Regeln über Bord geworfen die ich seit Jahren predige. Welche Regeln meinste? Dass Qualität vor Quantität geht, dass sich online Gespräche nicht beliebig skalieren lassen, dass es um Passion und um nichts anderes geht! Oder wie es ein guter Freund so treffend formulierte "Tausende Follower zu haben ist scheißegal. Es geht um die paar hundert die dir wirklich zuhören" Wie schön, dass mir das nach meinem Social Media Ausrutscher auch wieder einfällt!
Ach ja! Ginge es hier nicht auch um Reputation? Genau! Auch diesem, für als Berater so zentralen Aspekt, ließ ich angesichts eines so tollen Angebotes völlig außer acht. Ganz einfach dadurch, weil ich online einen Ton anschlug und Botschaften hämmerte, die meine Zuhörerschaft so von mir schlicht nicht gewohnt war. Insofern hat
Andreas Schepers, einer meiner geschätzten Zuhörer auf Twitter, mit seinem Tweet leider absolut recht.
Nachsatz: Ich hab ein wenig hin und her überlegt das hier zu bloggen oder nicht. Schließlich gestehe ich hier eine Riesen-Dummheit ein. Aber wenn es hier am Blog schon um gute und schlechte Beispiele aus der Sozio Sphere gehen soll, dann bitte auch um meine eigenen. Schließlich bedeuten Social Media für Unternehmen - und im Grunde bin ich ein solches - nicht nur Sonnenschein-Kommunikation sondern auch die verdammte Pflicht Fehlern einzugestehen, Besserung zu geloben und (öffentlich) dazuzulernen. Genau das habe ich vor und genau aus diesem Grunde entschuldige ich mich hiermit bei allen meinen Followern, die ich gespamt und gegen mich aufgebracht habe. Auf bald wenn es hoffentlich wieder um positivere Beispiele von Ed Wohlfahrt PR & Social Media geht!