Ich habe während der vergangenen Feiertage einiges an Studien verschlungen. Eine davon ist diese hier, für die Prof. Dr. Ansgar Zerfaß und Dr. Mark-Steffen Buchele 1.087 PR-Entscheidern aus 22 Ländern befragten.
Nach Meinung der Befragten PR-Entscheider verliert Pressearbeit für Printmedien während der kommenden Jahre signifikant an Bedeutung (Wie geht es den hier anwesenden PR-Leuten? Könnt ihre diese Meinung aus der täglichen Praxis her teilen?). Gleiches gilt für die PR-Instrumente Sponsoring, Events sowie Press- & Media Relations für TV und Radio. Einen überproportionalen Bedeutungszuwachs verzeichnen hingegen die Bereiche Online communication, Press & media relations: online, sowie Social Media.
Die persönliche Kommunikation mit wichtigen Anspruchsgruppen, damit ist der Face-to-Face Dialog gemeint, gewinnt als Gegenpol zur online gestützten Kommunikation an Bedeutung bzw. kann seine Bedeutung als Kommunikatons-instrument auf hohem Niveau halten. Interessant ist auch, dass die Online-Kommunikation für Unternehmen sehr bald die Aura des Neuen verlieren wird. Und dies ganz einfach deshalb, weil die Kommunikation über das Netz, über eMails, über die Presse-Website, Chats und Blogs für Kommunikatoren immer mehr zum Alltagsgeschäft wird.
Auch der starke Trend zur Visualisierung innerhalb der PR wird in der Studie angesprochen. Während Agenturen in vergangener Zeit eher text- und bildlastig unterwegs waren, gibt es nun immer mehr Dialogpartner die Bewegtbilder nachfragen bzw. Inhalte auf diese Art und Weise aufbereitet bekommen wollen. Für PR-Agenturen heißt dies, dass sie sich auf diesem Gebiet zunhmend fit machen müssen, also beispielsweise auch die Produktion von Webcasts, Podcasts und Clips in Erwägung ziehen müssen. Der PR-Mensch also als multimedialer Wunderwuzzi ausgerüstet mit Aufnahmegerät und digitaler Betacam?
Die Beobachtung von User Generated Content (Stichwort: Online Monitoring) steht bei den Befragten hoch im Kurs. Das aktive Zuhören in Foren, Blogs und Portalen hat für die PR-Entscheider insbesondere die Funktion eines Frühwarnsystems bzw. die eines kommunikativen Radars.
Last but not least ist interessat, dass in der Studie so mancher PR-Verantwortliche zugibt, in Sachen Social Media und Online Kommunikation gerne mehr machen zu wollen, dabei aber an zu engen Personalressourcen scheitert. So heißt es in der Studie: "Mehrere Teilnehmer (...) haben zu wenig Mitarbeiter, um sich intensiv und aktiv mit dem schnellen technologischen Wandel un der Relevanz der neuen Kommunikationsforen auseinanderzusetzen." Das ist ja schon nicht ganz uninteressant, meine ich. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Kommunikationsarbeit in diesem Bereich (Foren, Blogosphäre, Portale, etc.) vom dafür erforderlichen zeitlichen Aufwand her in den meisten Fällen krass unterschätzt wird.
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