Seit gestern bin ich ein "Gschichterl" reicher. Ich habe von der Social Media Bruchlandung eines heimischen Unternehmens gehört und möchte diese Case-Study der besonderen Art mit den LeserInnen dieses Blogs teilen. Abschließend aber auch Wege und Möglichkeiten besprechen, wie man sich Social Media Kanäle - in diesem Falle Twitter - als Unternehmen zu Nutze machen kann.
Es geht um den Österreichischen Versicherer Allianz 24 bzw. die angeblich ungewollten Twitter-Aktivitäten, die dem Unternehmen schon einigesUngemach eingebracht haben. Nehmen wir einfach mal an eine Marke beginnt zu twittern und außer der betreuenden Werbeagentur weiß niemand davon. Nicht das Unternehmen, nicht seine Kommunikationsverantwortlichen, niemand. Die betreuende Agentur weiß davon und sie denk, sie handle im Interesse des Kunden, indem sie Twitter nutzt um eine URL bekannt zu machen. Zu diesem Zweck wurde in den ersten 19 Tweets gleich 14 Mal auf die betreffende Seite verlinkt. Unter anderem mit werbetechnischen Ergüssen der Marke "Prämienersparnis bis zu 40%" oder "Versicherung wechseln leicht gemacht". Das geht voll rein. Auf das will ich aber nicht hinaus.
Wer weiß wie es zwischen Agenturen und Kunden manchmal zugeht bzw. zugehen kann, der wird mir zustimmen. Manchmal geschehen Dinge, von denen man denkt, sie wären völlig ok und hätten ohnehin nur das große Ganze zum Ziel. Und sollte dieses lauten eine URL bekannt zu machen. Also wer könnte etwas dagegen haben, wenn man sich zu diesem Zwecke dem Microblogging-Dienst Twitter bedient?
Böld ist es dann, wenn Medien anrufen und das Unternehmen zu seinen Twitter-Anstrengungen befragen möchte. Allein, das Unternehmen hat keinen blassen Schimmer davon, worum es geht... Das macht gleich mehrfach keinen schlanken Fuss, oder? Was also tun? Ich schlage ein paar einfache, ach was sag ich!, stupide Dinge vor, die jedes Unternehmen gleich umsetzen könnte. Es könnte natürlich auch die betreuende Agentur tun, sofern sie beim nächsten Jour fixe mit der Sprache herausrückt und nicht klammheimlich damit beginnt die Pressestelle links und rechts zu überholen.
#1 Sichern Sie sich den Twitter-Namen zu ihrem Unternehmen. Und zwar unabhängig davon, ob Sie dann wirklich aktiv twitter wollen oder nicht. Nur so bleiben Ihnen Twitter-Schicksale wie jenes des Fruchsaft-Herstellers Pago erspart. Mir Paola Gould herumraufen möchte ich mich nämlich nicht. Sie hat sich den Twitter-Nutzernahmen "Pago" gesichert und ist in L.A zu Hause... Auch der ÖAMTC hat beispielsweise auf YouTube schon schlechteErfahrungen gemacht. Warum? Weil er zu langsam war!
#2 Beobachten Sie die Twitter-Sphäre nach für Sie relevanten Inhalten Über Search.Twitter.com oder andere Tools behalten Sie einen leichten Überblick über die hier stattfindenden Gespräche und Aussagen. Niemand hindert Sie hier auch daran, den Mitbewerb im Auge zu behalten, den Markt zu checken oder nach speziellen Kundenwünschen Ausschau zu halten.
#3 Holen Sie sich den Newsfeed der Twitter-Suche auf den Schirm Wollen Sie nicht jeden Tag Twitter-Suchen durchführen, so empfiehlt es sich, dass sie vom Newsfeed Gebrauch machen, der zu jedem Suchergebnis angeboten wird. In Kombination mit einem RSS-Reader, warum nicht den von Google (Google-Reader) beginnt das sehr schnell Sinn zu machen. Und noch wichtiger: Die Angst, vor sie betreffenden Twitter-Inhalten, die Sie nicht kennen, ist schlagartig vorbei.
Alles andere, gemeint ist die strategische Planung, die zu jedem Social Media Kanal einfach dazugehört, möchte ich hier gar nicht lange ausbreiten. Das kommt vielleicht ein andermal. Aber mit den drei oben genannten Punkten hat man einfach kein Bauchweh mehr bzw. kann ein Fall wie jener der Allianz 24 nicht mehr vorkommen. Man kann so immer noch entscheiden ob man aktiv oder doch lieber passiv sein möchte und das beste: Man braucht dazu keine Social Media Schlaumeier. Das kann man selbst. Geht ganz einfach und ist bloß einen Klick entfernt!
Ich tu mir generell schwer mit in Stein gemeiselten Dingen egal zu welchem Thema. Blogging-technisch ist es natürlich clever aber ich bin nicht der Typ der Marke "ich weiß was für euch gut ist" oder "So geht Social Media Marketing". Egal. Ich war vorgestern in Salzburg eingeladen zu einer Session genau zu diesem Thema. Geladen hatte die Wirtschaftskammer Salzburg und bzw. ihre Sparte Werbung und Marktkommunikation die wo einen Obmann namens Michael Mrazek hat den ich kenne und der neuerdings sogar selbst mit dem Bloggen begonnen hat.
Nachdem ich mich auf Prezi nun einigermaßen sicher fühle (bloß mit der Apple Fernbedienung klappt es noch nicht so wie es sollte...) gab es für die Zuhörer diesmal kein Handout sonder statt dessen nur über die Leinwand huschende Textbausteine, Grafiken und Bilder. Gefallen hat es einigen trotzdem sehr gut und Prezi hat bestimmt Fans hinzugewonnen in der Stadt an der Salzach. Alle die zu meiner Session oder zur Präsentation inhaltlich Anmerkungen machen können sind hier herzlich dazu eingeladen. Wie gesagt, ich habs nicht so mit dem Frontalen... Meine fünf Punkte des Social Media Marketings - habe wie gesagt vor Werbern und Marketern gesprochen - möchte ich dennoch niemandem verheimlichen. Sie lauten in absteigender Reihenfolge:
#5 Zuhören
#4 Nutzen stiften
#3 Anderen eine Bühne bieten
#2 Authentisch sein
#1 Den inneren Marketer an die Leine nehmen
Freue mich auf Feedback hierzu. Ein wenig ist über Twitter ja schon hereingekommen. Danke auch dafür!
Alex Wunschel beschäftigte sich im Blick über den Tellerrand Nr. 193 mit der Digitalen Kompetenz von Agenturen und kam zum Schluss, dass es damit häufig nicht allzuweit her ist. Mein Thema hier am Blog ist die Kompetenz von PR Agenturen in den Bereichen Social Media und Online PR, für die häufig leider das selbe gilt. Jede hat auf ihrer Homepage zwar einen Button namens "Online PR" stehen, kann Kundenwünsche die ein wenig über das Versenden von e-Mails oder das Aufsetzen eines Blogs hinausgehen - das können Webdesign-Agenturen angeblich aber auch schon - aber kaum abdecken. Ein buntes Blog ist zwar schnell installiert. Das dahinter liegende kommunikative commitment aber häufig nicht einmal ansatzweise mitgedacht. Jetzt finde ich einige Videos, die sich mit für die Online PR ganz entscheidenden Fragestellungen auseinandersetzen. Sie zielen in die mich interessierenden Kernbereiche digitaler Kompetenzen von PR-Agenturen und geben tiefe Einblicke in die zukünftige Entwicklung der Prublic Relations Branche. Den PR-Praktikern wurden drei Fragen gestellt
a) Haben PR-Agenturen die Entwicklungen am Gebiet der Online PR verschlafen?
b) Welchen Bedrohungsszenarien anderer Marketing-Disziplinen ist die PR Branche derzeit ausgesetzt?
c) Sinnvollerweise wo sollte die Online PR Strategie und deren Umsetzung angesiedelt sein und warum?
Will McInnes
Drew Benvie
Simon Collister
Helen Aspell
Was Will MCinnes sagt finde ich besonders stark. Ja, die PR-Agenturen haben Online PR verschlafen, doch die Chance lebt. Doch die Agenturen müssen das schnell begreifen und die sich ändernden Bedingungen (Rahmen) strategischer Kommunikation entsprechend reagieren, indem sie ihre Angebotspalette überdenken, ihr Know-how erweitern, sich zu Digital Natives entwickeln, etc. In dieser Dititalisierung, dieser Öffnung der Agenturen in Richtung Beziehungsaufbau und Pflege Online, sehe ich eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Interessant vor allem auch die Aussagen von Drew Benvie, für den es die Medien selbst sein werden, die die PR-Agenturen am Zeug flicken werden, für den Fall, dass diese sich nicht verändern. Ist aber auch klar, dass sich die PR von Unternehmen und Agenturen verändern muss, wenn sich die Zwänge des Mediensystems so verändern, wie sie es derzeit machen (Sparzwänge, etc.). Alles in Allem spannende Zeiten in denen es sich also empfiehlt, angeschnallt zu bleiben.
Auf Einladung der ÖHV durfte ich gestern in Salzburg eine Keynote über Erfolgsstrategien für die Hotellerie im Web 2.0 sprechen. Nachdem ich mich am Vortrag in Loipersdorf einsprechen durfte ging es ganz gut. Erstmals mit dabei bei meinen Folien waren Trends, Zukünfte und Entwicklungen, die das Social Web für die Branche mit sich bringt.
Das war es aber noch nicht, worüber ich hier erzählen will. Ich war diesmal pünktlich nach 50 Minuten fertig, als sich Rainer Kletzmair, seines Zeichens Hotellier aus Hinterstoder zu Wort meldete. Das tolle dran: Kletzmair setzt auf seinem Sturmgut vieles von dem um, von dem ich in der Keynote zuvor gesprochen habe. Und noch schöner: Er macht überhaupt kein Theater darum. Er begründet seine Experimentierfreude in Sachen Google Maps & Co ganz pragmatisch damit, dass er sich normales Marketing nicht mehr leisten kann oder wohl eher will. Für die Einrichtung der Homepage auf Typo3 hätte er schon mit einer Agentur zusammengearbeitet, den Einbau der Features - sogar die Strecken, auf denen seine Hotelgäste mit ihren Hunden Gassi gehen können finden sich auf der Homepage verzeichnet - macht er jedoch selbst. "Wenn am Abend mal nicht so viel los ist, kann ich das doch auch nebenbei erledigen", so der innovative Hotellier.
Kletzmair setzte jetzt einige Zeit auf Wanderurlaube mit Hund. Man sehe sich mal seine Seite Homepage an (Stichwort Gassirouten) bzw. wie stark er inhaltlich auf dieses spezielle Thema fokusiert hat. Da findet Google relevante Stichworte ohne dass man dafür großartig bezahlen muss. Das Sturmgut ist für mich damit ein perfektes Beispiel dafür, wie man über das Internet an Passion based Audiences andocken kann. Stimmt der Inhalt, kommt die klar umrissene Zielgruppe schon beinahe von selbst...
Warum nicht Google-Maps verwenden um potentiellen Hotelgästen zu zeigen, wo sie mit ihrem Hund Gassi gehen können?
Das Sturmgut ist natürlich auch auf Google-Earth massiv vertreten
Mir hat dieses Beispiel vor Augen geführt, was ich selbst immer predige. Das aktuelle Web bietet so viele Möglichkeiten, so viele Schnittstellen und Tools, die zu nutzen man keine Agentur mehr braucht. Und Kletzmair steht für mich genau für diese Veränderungen. Es ist ein kleiner, pfiffiger und innovativer Betrieb, der längst damit aufgehört hat, Google hunderte und tausende Adwords-Euro in den hungrigen Rachen zu schütten. Es ist der massenhaft vorhandene Content auf der Seite und der geschickte Einsatz von Verlinkungen, die heute dazu führen, dass der Betrieb ordentlich brummt, ohne dafür tausende Marketing-Euros zu investieren. In Hochglanzkataloge womöglich...
Innovation entsteht in den hintersten Winkeln dieses Landes, sie wird von Menschen getragen, die wissen, dass sie das richtige tun, die nicht die Hände in den Schoss legen und warten, bis es ihnen andere richten. Hier sind Menschen am Werk die irgendwann aufgehört haben, das zu tun, was alle machen, die sich auf ihre Assets konzentrieren und diese über die neu entstandenen Kanäle verfügbar machen. Unaufgeregt und wie ich denke trotzdem unglaublich cool.
Ich klicke mich gerade durch die Leipziger Bewegtbildstudie 2008, die die Universität Leipzig für die dpa-Tochter News Aktuell durchgeführt hat. Die Studie fragte bei rund 2.000 Top-Entscheidern aus Journalismus und PR nach, wie es denn bei ihnen mit dem Thema Bewegtbild, sprich Video aussieht, ob und wie es genutzt und eingesetzt wird, ob man es als wichtig erachtet, etc. Ein großes Fazit der Studie, die von Prof. Ansgar Zerfaß miterstellt wurde, ist, dass die Public Relations Branche am Auge des Bewegtbildes von Ausnahmen abgesehen ziemlich blind wäre. Auch verkenne die PR die Bedeutung, die Bewegtbilder bei ihren oft wichtigsten Dialogpartnern, den Journalisten bereits hat. So weit so gut. Für mich ist dieses Folie aber die mit Abstand Wichtigste.
Nun was ist dazu zu sagen? Die PR ist ja angeblich im Wandel. Dies unter anderem deshalb, weil sich Kommunikationsprozesse nicht mehr länger in gewohntem Ausmaß steuern lassen. Mehr und mehr greift diese Erkenntnis auch in der Branche. Schwierig ist hierbei allerdings der Umstand, dass es gerade dieses Steuern des Informations- und Kommunikationsflusses ist, das PR-Agenturen nicht nur als ihren Job sondern gleichzeitig auch als wichtigsten Grund dafür sehen, warum es sie gibt. Der PR-Heini als klassischer Schleusen-Wärter, der zwischen dem Unternehmen und seinen Teilöffentlichkeiten steht und sagt: "Kommunikation ja gerne! Aber bitte nur solange wir das wollen". Und genau dieses Modell ist heute eben nicht mehr tragbar, es hat sich überlebt, röchelt noch ein wenig und wird bald völlig ex gehen. Zu viele Dialogpartner, zu viel Internetanschlüsse, zu einfach das Publizieren über welche Kanäle auch immer. Eine Realität, der sich auch die Schlachtschiffe der strategischen Kommunikation und des Lobbyings nicht länger verschließen können.
Zurück zur Studie und zum oben gezeigten Slide. Inhalte die von Nutzern stammen, waren im Medienbetrieb einige Zeit lang ein heikles Thema. Die Debatte über Rechte und Qualität und - gähn! - darüber, ob Blogger jetzt Journalisten sind oder nicht, stand lange - viel zu lange wie ich meine - im Zentrum der Auseinandersetzung und verdeckte die Tatsache, dass es diese, von Usern generierten Inhalte (zu Neudeusch: User generated Content = UGC) einfach gibt, dass sie einfach da sind, erstellt werden, jeden Tag von einer immer größer werdenden Usergemeinde, die sich von Medienkonsumenten zu Medienproduzenten verwandeln. Dann gingen Redaktionen dazu über, Inhalte von ihren Hörern und Lesern mit hereinzunehmen und - ja! - für sich nutzbar zu machen. Da gibt es dann Uservideos, oder eben Bilder, die es manchmal sogar bis in die Zeitung schaffen. Wer hätte das gedacht, dass es einmal eine Zeitung geben wird, die zu 100 Prozent von Usern gemacht wird und dennoch zwemal die Woche gratis im Postkasten steckt? Gibt es nicht? Gibt es schon, im deutschen Gießen!
Die Studie zeigt auf, dass Journalisten User generierte Inhalte in stärkerem Ausmaß nachfragen, als PR-Agenturen diese bereitzustellen in der Lage sind. Aber sollte man hier nicht noch einen Schritt zurück gehen? Ich denke ja und stelle die Frage, ob sich PR-Agenturen der Bedeutung von User generierten Inhalten - die ihre Rolle ja in Frage stellen - überhaupt ausreichend im Klaren sind? Und genau diese Frage möchte ich diskutieren. Sind sich Agenturen darüber im Klaren, was gerade passiert oder blocken sie es nicht viel lieber nur ab, da es sie in Wirklichkeit ja unter Druck bringt? Dies natürlich nur dann, wenn sie sich an die Rolle des Informations-Türstehers klammern, der bestimmt, wer, wann, was über welchen Kanal zu hören bekommen oder sagen darf.
Die Diskussion und die Nachfrage User generierter Inhalte rüttelt meiner Meinung nach am Selbstveständnis der ganzen PR-Branche. Und Erschütterungen sind das Letzte, das man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht, oder? Für mich belegt die oben gezeigt Folie klar und deutlich, dass sich die Rolle von PR im Wandel befindet. In einem Wandel, der sich nicht länger wegdiskutieren, beschönigen oder gar umkehren lässt.
Der einzelne PR-Treibende hat sich heute als Ermöglicher kommunikativer Prozesse zu begreifen und seine Türsteher-Mentaltität grundlegend zu überdenken (Motto: "Stellen Sie die gewünschten Inhalte bereit und gehen Sie dann aus dem Weg!") Solange dies nicht passiert, wird PR am Markt - oder noch viel schlimmer: an den Realitäten des Marktes - vorbeikommunizieren und wichtige Dialogpartner nicht in jener Qualität ansprechen können, wie sie es vielleicht hätten. Über das Thema Glaubwürdigkeit von PR reden wir ein ander Mal!
"Ja, haben wir. Können Sie gleich abholen", sagte die freundliche Dame der Buchhandlung meiner Wahl auf meine Frage ob sie dieses Buch hier hätten.Wie ich dazu kam? Ein Podcast erzählt mir von einem Video. Ich hörte so erstmal also nur ins Video rein ohne es zu sehen. Das reichte mir aber, einem Freund davon zu erzählen, der mir sagte. Das mit dem Gott, der die Erde in sieben Tagen schafft, finde ich total witzig, geh schick mir das Video doch weiter. Gasagt getan. Und wenn ich das Video schon weiterschicke, kann ich es mir selbst ansehen auch gleich. Ach ja, und zwei anderen Leuten aus meinem Bekanntenkreis weiterschicken. So werden Entscheidungen getroffen und wandern Bücher über die Ladentheke. Sehr klever aber so weit weg von der Realität..? Überhaupt nicht!
"The voice of the Divine Word must resonate over the radio, on Internet
channels with virtual distribution (and by) CDs, DVDs and iPods, and on
television and cinema screens."
Unter diesem Motto möchte eine nicht näher genannte Gruppe Römisch katholischer Bischöfe dafür sorgen, dass das Wort Gottes in entsprechend modifizierter Form an die Frau und an den Mann gebracht wird. Die Idee ist alles andere als schlecht. Wenn man sich aber ansieht, mit welche modernen Methoden sich andere Religionsgemeinschaften in der Internetgemeinde Gehör verschaffen, muten die Versuche der katholischen Kirche schon ein wenig altbacken an. Andererseits zeigt das Beispiel, dass sich selbst jahrtausendealte Institutionen zunehmend gefordert sehen, das gelobte (Kommunikations-) Land Internet zu bewirtschaften und damit zu erschließen.
Aber auch hier wird deutlich, dass Innovation nicht selten an der Peripherie geschieht und sich im Grunde genommen nicht aufhalten lässt. So ist Pfarrer Hans Spiegel aus Bischofshofen mit seinem Tagebuch eines Pfarrers Podcast schon ein ganzes Weilchen erfolgreich am Markt vertreten. Unter anderem selbst verständlich auch im iTunes-Store von Apple (Was ist iTunes?). Wo die Menge nach religiösen Inhalten für das mobile Endgerät sucht, kann man nicht falsch liegen. Auch der Islam ist auf iTunes vertreten und mit einem deutschsprachigen Angebot am Puls des Islam bzw. an jemen der Zeit. Was die können, das können die Kapuziner aber schon lange. Das Kapuziner.tv wartet nicht erst bis sich die alten Herren in Rom den Schlaf aus den Augen reiben sonder schleusen schon jetzt ihre bewegten Bilder in kollektive Gedächtnis der entsprechenden Micro-Interessensgemeinschaften. Das macht Sinn, auch wenn es nicht die Masse anspricht. Aber müssen Gespräche überhaupt immer die Masse als Adressat haben? Alex Wunschel führte vor einiger Zeit ein Gespräch mit Bruder Paulus Terwitte (seine Homepage unbedingt ansehen!), dem Berufungspatoralbeauftragten des Kapuzinerkloster Dieburg. Der Mann fackelt nicht lang herum und kommuniziert statt von der Kanzel herunter schon längst online und auf Augenhöhe. Auch das ist Kirche. Nur nicht die altbackener Kuttenbrunzer *sorry* sondern die eines modernen Zuschnittes.
Ja Innovation vollzieht sich nicht selten am Rande von Systemen. Aber schauen wir doch mal nach Rom. Vatikan-TV und Radio sind doch in Wirklichkeit alte Hüte. Wer wusste, dass der Papst himself auf Twitter zugegen ist? Oder sagen wir es so, er testet hier noch ein wenig :) Und wem das nicht genügt, der kann immer noch beim Chef selbst anklopfen.
Der Yosemite Nationalpark gilt mir Fug und Recht als einer der beeindruckendsten Parks dieser Erde. Tausende Menschen pilgern jedes Jahr in den Kalifornischen Park der Superlative. Und wer sich ein wenig für das Thema Klettern interessiert, der weiß ohnehin was es geschlagen hat, wenn ehrfurchtsvoll die Namen einiger hier beheimateten Berge bzw. Kletterrouten wie "The Nose" oder "El Capitan" ausgesprochen werden. Der Park ist bekannt und um die Besteigung dieser Granit-Riesen ranken sich so viele Mythen und Diashows erfolgreicher Kletterer, dass sich die Parkverwaltung eigentlich gar keine Sorgen machen müsste, die Geschichte des Parks erst gar nicht für die Internetgemeinde aufbereiten müsste. Tut sie aber trotzdem. Warum? Weil es wichtig ist, das zu transportieren, was man hat oder besser gesagt, was es vor Ort zu entdecken respektive zu konsumieren gilt. Und was "fährt" hier wohl besser als ein Bild. Wo dieses doch - das wissen wir schon seit 100 Jahren - mehr sagt als viele Worte. Bild ist in diesem Fall aber ein wenig zu kurz gegriffen, handelt es sich doch um hochauflösende Panoramabilder, mit denen man alles, was den Park zum Park der Parks macht, eingefangen und damit erlebbar machte.
Bei mir auf Safari ging erst mal gar nichts, weil die Anwendung Microsoft Silverlight 2 (Download-Page) voraussetzt. Am Firefox funktionierte es dann einwandfrei. Am Internet Explorer dürfte es also überhaupt keine Zores geben. Für die die sich das Programm hier herunterladen eröffnet sich dann aber eine Welt, wie wirklich sensationell ist. Man kann fast so weit ins Bild hineinzoomen, dass man den Gesichtsausdruck des Kletterers im 10. Schwierigkeitsgrad erkennen kann, der einsam die Wand durchklettert. Natur pur.
Hier gibts einen kleinen Panoramaflug rein in die Wand. Just for fun :)
"Heute ist der Tag der Wahrheit Willi. 21 Uhr ORF 2. hoffe du bist gut vorbereitet. LG HC", postete HC Strache (FPÖ) bzw. wohl einer seiner Helfer gestern auf die Pinnwand von Wilhelm Molterer (ÖVP). Das lese ich zumindest in er heutigen Ausgabe der Kleinen Zeitung. Na toll. Molterer und Strache sind nun also auch in die Spähren des StudiVZ vorgedrungen. Klar, sind doch abertausende Österreichische Studenten hier. Und Wahlkampf ist auch. Also nichts wie hin.
Wie hinterfragenwert es mitunter sein kann, wenn Politiker auf das Parkett von Social Networks drängen, zeigt sich daran, dass Finanzminister Molterer erst sieben Tage, Strache gar erst zwei Tage lang einen Account auf StudiVZ haben. Aber für einen schnellen Jux, den man noch dazu gratis lancieren kann, ist sich in Wahlkampfzeiten niemand zu schade. Und Social Networks laden ja förmlich dazu ein. Ist doch eh alles Kinderkram hier. Oder doch nicht?
Natürlich kann man jetzt sagen, das ist nicht mehr als ein sich gegenseitig Ärgern via Social Networking-Sites. Man kann aber auch sagen, das was so manche Politiker auf Social Networks abliefern ist unprofessionell, wahltaktisch zu kurz gegriffen und vor allem - und das ist Gift - absolut unglaubwürdig.
Eis- und Tortenproduzent Häagen-Dazs hat ein Problem. Wenn das Bienensterben in Nordamerika in dieser Form weitergeht, werden dem Unternehmen eines Tages die PBrombären, die Nüsse, der Honig und viele andere Zutaten ausgehen. Das Unternehmen hat dies erkannt und eine Kampagne namens "Help the honey Bees" aufgesetzt, die das Thema Bienensterben auf niederschwellige und witzige Art und Weise transportiert und Bewusstsein schaffen soll für die kleinen summenden Helferleins. Cause Related Marketing nennt sich das, lerne ich am Cooperative-Blog. Zur Vermittlung seiner Botschaft setzte Häagen-Dazs auf Social Media und auf das dem Thema innewohnende Mundpropaganda-Maschine. Der Blätterwald kam daraufhin ganz schön zum zum Summen.
Ich finde die Kampagne äußerst gelungen, da sie das Thema über die verschiedenen Kanäle schlüssig und konsistent kommuniziert. Die Micro-Site ist der absolute Hammer. Unbedingt den Bienen-Konfigurator ausprobieren!! Ich denke, dass Unternehmen die richtige Wahl treffen, wenn sie derlei Awareness-Kampagnen bewusst auch auf die Social Media Späre ausdehnen - hier der YouTube-Kanal zur Kampagne - um so Menschen zu erreichen, die sonst nie mit dem Thema in Berührung gekommen wären. Mich zB. Aber am Ende des Tages wird es neben dem Thema Bienensterben v.a. auch darum gehen, das Unternehmen als verantwortungsbewusst zu erkenne, seine Produkte mit einem guten Gewissen zu kaufen und an die süßen Bienen zu denken.
Mag. Ed Wohlfahrt ist selbstständiger PR-Berater in Klagenfurt (Österreich), ehemaliger Obmann des Vereins der Kärntner Freunde des Internets sowie Mitveranstalter der BarCamps Kärnten 2007, 2008 und 2009.
Die 2007 gegründete Agentur Ed Wohlfahrt Public Relations & Social Media bietet Expertise in den Bereichen Public Relations und Online-PR, Corporate Social Media, Online Reputations-
management sowie Online Monitoring.
Für den Inhalt verantwortlich
Mag. Eduard Wohlfahrt
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