Google hat etwas Neues in seinem Bauchladen. Hm... Google bringt immer mal etwas Neues, gibt Dingen, die man von anderswo her kennt, einen neuen Anstrich (gMail) oder zückt einfach mal das Scheckheft (Feedburner, YouTube). Im vorliegenden Fall ist es jedoch anders, handelt es sich doch um ein "homegrown" Tool, an dem Google seit fast zwei Jahren schraubt und an dem unter anderem jene Personen werken, die schon bei Google Maps die Finger im Spiel hatten. Das ganze nennt sich Google Wave.
Was ist Google Wave? Das neue Pferd im Google-Stall bietet seinen Nutzern in gängigen Web-Browsern die Möglichkeit zur Kommunikation und Kollaboration in Echtzeit. Nun werden Sie durchschnaufen und sagen, kann mein Instant Massaging System alles auch. Stimmt, doch Google Waves funktionieren in Echtzeit. Was heißt das? Personen die sich in einer Wave befinden, können in Echtzeit multimediale Inhalte miteinander austauschen bzw. editieren. Es können Waves zu allen möglichen Topics anlegen und andere in die Wave eingeladen werden. Kommt durch drag and drop (absolut cooles Feature!) nachträglich ein Benutzer hinzu, so kann dieser sich die History der Wave ansehen, also den Verlauf des Gespräches wie es geführt wurde. Wenn der Newbie möchte aber auch nur die Dialoge die Person A mit Person B geführt hat. Ein weiterer Vorteil: Die API der Google Wave ist offen (derzeit noch nicht voll, aber das wird sich bald ändern). Das heißt, dass Entwickler Google Wave auf ihre Bedürfnisse hin anwenden können, auf GoogelWave basierend neue Anwendungen und Erweiterungen (Extension) programmieren und anderen anbieten können. Das Killer-Feature von Google-Wave ist meiner Meinung nach jedoch die Möglichkeit, Waves sehr einfach auf externen Seiten einzubetten. Die Widget-Technologie oder die Möglichkeit, Videos zu embedden gibt es ja nun schon einige Zeit. Google Wave geht jedoch einen entscheidenden Schritt weiter. Ändert sich das Aussehen einer Wave zu einem x-beliebigem Thema, beispielsweise durch das Hinzukommen eines neuen Kommentars, so ändert sich gleichzeitig auch die dazugehörige Wave, die irgendwo im Netz auf einem Blog oder einer Homepage abgebildet ist. Großes Kino würde ich sagen...
Jetzt haben wir mehrere Möglichkeiten mit Google Wave umzugehen
- Google Wave zu hypen, klar.
- Google Wave abzutun als ein weiters Tool, mit dem sich Google unersetzbar machen und seinen Erzrivalen Facebook auf Distanz halten will
- Google Wave als das hinzustellen was es derzeit ist, nämlich eine noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Kommunikations- und Kollaborationsplattform mit entsprechender Breitenwirkung. Gestern bekamen die ersten 100.000 Personen exklusiven Zugang zu Google Wave.
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Ich persönlich tue mir mit einer Einschätzung schwer, da ich Google-Wave noch nicht selbst testen konnte und es generell zu früh ist, die jüngst präsentierte Kommunikationsplattform auf konkrete Beispiele hin anzuwenden und daraufhin zu testen (Stichwort: Performence orientierte Kommunikation thx Mr. Gattereder :). Was also ist Google Wave dann?
Google Wave ist nicht mehr oder weniger als der Vorgeschmack auf eine mögliche Zukunft des Social Webs. Für mich ist spätestens nach der Keynote, mit der Google seine Wave auf die Reise schickte, klar, dass Google damit Facebook den Fehdehandschuh hinwirft und sich selbst zur Meta- bzw. Mega Kommunikations-Plattform aufzuschwingen versucht. Klar ist mittlerweile auch, dass Google nunmehr voll auf die Macht des sozialen Internets bzw. die Keimzelle dieser Macht, das Gespräch (!) der einzelnen Nutzer untereinander, abzielt. Schließlich ist die Zielsetzung, ja eigentlich sogar die Daseinsberechtigung von Google Wave die Interaktion.
Ich habe auf diesem Blog schon oft über online Gespräche geschrieben. Für diese Gespräche brauchten wir bislang unterschiedliche Tools wie eMail, IM, Chat, Newsgroups, Wikis, Kommentarfunktion, etc. Google bietet nun alles aus einer Hand im Rahmen der Google Wave und Nutzern zudem die Chance, diese Gespräche in Echtzeit zu führen. Das kann, das wird auf online Kommunikation auf online Marketing oder Online-PR nicht ohne Wirkung bleiben.
Hier der Link zur Keynote anlässlich der Präsentation der Google Wave. Achtung! es dauert 1 Stunde 20 Minuten, gibt aber einen guten Überblick über Google Wave.
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